Liebe Gemeinde,
der Sommer ist zum Entdecken da!
Gehören Sie, gehört ihr auch zu den Menschen, die auf einer Tagestour oder im Urlaub gerne mal in Kirchen hineinschauen? Die kleine Inselkirche, eine Kapelle in den Bergen oder die Kathedrale in der Hafenstadt? Wo auch immer auf der Welt, überall gibt es so viele unterschiedlich schöne Gotteshäuser. Und ich freue mich immer, wenn ich nicht vor verschlossenen Kirchenpforten stehe. Mich fasziniert der Gedanke, dass ich für eine „Firma“ arbeite, die mehr Filialen hat als McDonald's. Überall nehme ich mir dann Zeit für eine Besichtigung, ein stilles Gebet oder zünde eine Kerze an.
Kirchen sind für mich die Seelen und das Gedächtnis unserer Dörfer und Städte. Jeder Kirchturm ist wie ein Fingerzeig in Richtung Himmel. Und im Kirchenraum kann ich sie erfahren: die Geborgenheit im Meer der Zeit. Gottes Gegenwart ist natürlich nicht auf Kirchen beschränkt, aber diese Räume laden dazu ein, in besonderer Weise mit ihr zu rechnen.
Deshalb ist es so wichtig, dass wir unsere Kirchen als geistliche Gasthäuser offenhalten. Wir Menschen brauchen nämlich nicht immer nur Inhalte, sondern auch die schöne Form. Wir sehnen uns nicht immer nur nach Worten – nein, auch nach einem Zuhause. Das Kirchengebäude gibt unserem Glauben ein Dach über dem Kopf. Deshalb ist es wichtig, unsere Kirchen auch als Gebäude zu achten. Um ihren Erhalt kämpfen wir auch hier in Aumühle und Wohltorf.
Über unsere Gemeinde hinaus wird auch viel über die Zukunft der Institution Kirche diskutiert. Die einen sagen, die Kirche sollte gegenüber allen Menschen offen sein. Andere sagen: Wir müssen neu missionieren und Menschen zum Glauben führen. Beide Anliegen verbinden sich, wenn unsere Kirchentüren offenstehen. Alle – wirklich alle Menschen – können eintreten und der Rest liegt dann bei Gott. Trauen wir ihm doch mal zu, dass er etwas mit den Menschen macht, die mit ihm und sich im Kirchraum alleine sind.
Und ganz ehrlich: Ohne diese heiligen Orte könnte ich mir mein Christsein gar nicht vorstellen. Schon als kleiner Junge hatte ich eine ganz enge Bindung zu unserer Dorfkirche. Ich habe es geliebt, in ihr Verstecken zu spielen. Hinter dem Altar verkroch ich mich dann immer und dachte so bei mir: „Hier sieht mich nur der liebe Gott.“ Diesen kindlichen Glauben will ich mir erhalten. Deswegen bin ich immer wieder gern drinnen, bei Gott.Mach‘ mal Pause vom Trubel und Stress da draußen.„Hier sieht mich nur der liebe Gott. Hier bin ich zuhause!“Kommen Sie gesegnet in den Sommer!
Ihr und euer
Pastor Tobias Knöller